GRILL THE EXPERT #9

Es soll der letzte warme Sommerabend 2018 werden. Die ersten Kölsch werden gemütlich vor der Tür an der schönen Häuserecke in der Südstadt getrunken. Rheinwunder und die IHK Bonn/Rhein-Sieg sind zum neunten Mal Gastgeber der Veranstaltungsreihe „Grill the Expert“. Hier stehen jedes Mal zu einem anderen Thema erfahrene Experten Rede und Antwort. Zunächst gibt es jeweils noch einen Impulsvortrag und dann dürfen (auch die vermeintlich unangenehmen) Fragen gestellt werden. Die Veranstaltung im Podium 49 ist ausverkauft. Das Interesse zum heutigen Thema: „Relaunch“ ist groß.

Zuerst spricht Fabian Stückrath von der Internetagentur „brandung“ darüber, wie und wie wichtig es ist, seinen Kunden in den Fokus eines Relaunchs zu stellen. „Erst wenn man seine Kunden wirklich kennt, kann man echte Mehrwerte für sie schaffen. Dies gilt für Kunden, wie auch für deren Kunden“, sagt der Teamleiter Kreation. Mithilfe von Personas erarbeiten sie Verhaltensannahmen und gestalten so eine eventuelle Customer Journey, die für die weitere Gestaltung von Geschäftsausstattung und Marketingunterlagen relevant ist. Für Fabian ist Relaunch und Launch nah miteinander verwandt. Dabei müsse man nicht immer alles über Board schmeißen, sondern solle bewusst die Kritik suchen und die behaltenswerten Elemente rausarbeiten.

Juan Gonzales spricht als Head of Marketing von Sistrix über Webseiten-Relaunch und hier im Detail über die Risiken, die ein Domainumzug mit sich bringen kann. Der charismatische SEO-Fan spricht mit Herzblut über den komplizierten deutschen „Domainumzug“, was für ihn viel einfacher international als „migration“ funktioniert. Er zeigt Positiv- und Negatv-Beispiele und erklärt dabei, was die jeweiligen Seitenbetreiber gut oder eben nicht so gut gemacht haben. „Eine Seite ohne Traffic sollte man löschen“, ist sein Tipp. „Bis auf das Impressum natürlich“, ergänzt Juan mit einem schelmischen Grinsen. Als weitere wichtige Schlagworte gibt er 301-Weiterleitungen und interne Verlinkungen an.

Nach einer leckeren Snackpause und den ersten Fachsimpeleien finden sich alle wieder für Yvonne Kamms Vortrag zusammen. Die Markenstrategin und Designerin spricht über die notwendigen Elemente eines zukunftsfähigen Corporate Designs. Dabei erklärt sie zunächst den Nutzen für Unternehmen – gesteigerte Aufmerksamkeit, Wettbewerbsvorteile und Kostenreduktion, um nur einige zu nennen.
Danach beantwortet sie die selbstgestellten Fragen: Welche Stellschrauben gibt es um das bestehende Corporate Design zu verändern? Wie unterschiedlich können diese wirken? Wie viel muss ich eigentlich als Unternehmen verändern, damit meine Veränderung sichtbar wird und mich als zukunftsfähige Marke positioniert? Und wann ist ein Relaunch eigentlich sinnvoll?

Am Beispiel von Lufthansa und der FDP erklärt sie den Unterschied eines soften Relaunchs zu einem kompletten Neuanfang. Sie ermutigt ihre Zuhörer und alle Unternehmer sich mit ihrem Designer des Vertrauens zusammen zu setzen um „die Regler auch ins Extreme zu ziehen. Oftmals klart sich die eigene Vision so auf.“

„Authentizität, Modularität, Differenzierbarkeit und Verfügbarkeit“, nennt die Markenmacherin als Antworten auf die Frage, was ein Corporate Design braucht um zukunftsfähig zu sein.

Während der „Grill-Runde“ kam die Frage nach dem Ablauf und den Rollen der einzelnen Experten im Relaunch-Prozess auf. Hier waren sich alle einig, dass sie Hand in Hand arbeiten müssen, um ein Relaunch-Projekt nachhaltig und sinnvoll durchzuführen. Erst wenn das Unternehmen sich selbst und seine Ziele kennt, kann es wissen für wen seine Produkte oder Dienstleistungen relevant sind. Erst im Anschluss können konkrete Veränderungsmaßnahmen, seien sie von Design oder Technik getrieben, angegangen werden.

 

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